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Forum Militärische Luftfahrt (FML)
Das Forum dient der Verbesserung der Leistungsfähigkeit, der Sicherheit und der Arbeitsbedingungen im Bereich der militärischen Luftfahrt.
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Der junge Mensch, ausgerüstet mit einem mittleren Bildungsabschluss und eventuell auch schon mit einer Berufsausbildung, entscheidet sich nach reiflicher Überlegung für den Dienst in der Bundeswehr.

Dieser junge Mensch macht sich Gedanken über seine berufliche Zukunft bei der Bundeswehr und entscheidet sich für einen Besuch beim Wehrdienstberater. Der Wehrdienstberater  schlägt ihm eine Verwendung als Flugberater vor, weil diese eben gerade so gefragt sind. Flugberatung ist eine Mangelverwendung und das schon seit über 30 Jahren, aber das wird dem jungen Menschen natürlich nicht erzählt. Auf die Frage, was ein Flugberater denn so macht, kommen statt stichhaltiger Informationen nur wage  Antworten und dem Interessenten werden drei  oder mehr Seiten einer eilig ausgedruckten Jobbeschreibung vorgelegt, die vor Ausdrücken, die der geneigte Laie nicht versteht, nur so strotzen. Wenn der junge Mensch sich denn willens zeigt, der Bundeswehr seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, wird vom Wehrdienstberater noch kurz überprüft, ob man  denn über die Qualifikation eines für diesen Job notwendigen Einstiegsberufes verfügt. (sog. “verwertbarer“ Beruf)

Schnell wird die Liste der verwertbaren Berufe abgearbeitet und stellt sich heraus, daß der nötige Beruf  fehlt,  ist das natürlich gar kein Problem,  denn es gibt ja noch die Möglichkeit, diesen über eine ZAW-Maßnahme  zu erwerben. So verhilft der Wehrdienstberater dem jungen Fast-Soldaten noch schnell zu einer 21-monatigen ZAW-Maßnahme als Bürokaufmann (gibt es dafür Abschlussprämien???) die er dann 10 Jahre später beim Verlassen der  Bundeswehr ‚“prima‘‘ gebrauchen kann. Das es auch die Möglichkeit  einer 6-monatigen ZAW-Maßnahme gibt, wird gerne verschwiegen.

Nach absolviertem und bestandenem Eignungstest in einem der Zentren für Nachwuchsgewinnung und abschließender medizinischer Flugberatungstauglichkeit am Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck steht der Karriere als Flugberater nichts mehr im Wege!

Ein Test oder eine  psychologische Begutachtung in Fürstenfeldbruck findet nicht statt. Flugberater kann fast jeder werden!

Motiviert bis in die Haarspitzen tritt der junge Soldat seinen Dienst an. Er ist als Regeneration für einen Dienstposten eingekauft,  den er sich selbst ausgesucht hat und wird dort nach seiner Ausbildung einen ausscheidenden SaZ-Flugberater ersetzen. Dieser junge Soldat hat eine verbindliche Zusage, auf diesem Dienstposten verwendet zu werden.

Sein Ausbildungsgang gliedert sich dann wie folgt:

  • 2  Monate UGL
  • 5  Monate Feldwebelausbildung
  • 21 Monate ZAW
  • 2 Monate Grundlagen Flugberatung
  • 5-8 Monate allgemeine Englischausbildung
  • 2 Monate Luftfahrtenglisch
  • 6-7 Monate Flugberater-Lehrgang
  • 2 Monate Erlangung der Platzlizenz

Die gesamte Ausbildungsdauer beträgt ohne Urlaub ungefähr 46 Monate!

Soweit so schön oder auch so katastrophal. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Qualität der jungen Flugberater, wenn sie es denn soweit geschafft haben,  eklatant nachgelassen hat. Es kommt durch mangelnde Englischkenntnisse zu immer mehr Zeitverzögerungen, da viele Flugberateranwärter nachgeschult werden müssen.  Viele brauchen bis zu 8 Monaten, um das Sprachleistungsprofil zu erfüllen.

Das größte Problem ist aber die sehr hohe Durchfallquote (ca. 35% bis 40%) im Flugberaterlehrgang an der TSLw in Kaufbeuren. Nach fast 40 Monaten Ausbildung scheitert der Anwärter  an der letzten und entscheidenden Hürde. Die hohe Durchfallquote wird indes nicht im ersten Teil des Lehrgangs produziert, der aus einer Lernphase besteht und man lediglich erlerntes  Wissen schriftlich von sich gibt, sondern im zweiten Teil, dem Praxisteil und somit wichtigsten Teil des Lehrgangs. Hier offenbaren sich gravierende Mängel  hauptsächlich beim Anwenden des Erlernten in der Praxis. Die Lehrerschaft an der TSLw sieht sich einer sehr problematischen Situation gegenüber, da  sie diejenigen sind, die die immer zahlreicheren Änderungen im Lehrplan umsetzen müssen. Einmal in einer Teil- Prüfung versagt, gibt es nur noch eine Möglichkeit, diese Teil-Prüfung zu wiederholen-ansonsten ist der Lehrgang nicht bestanden und das Ende der Karriere als Flugberater ist eingeläutet bevor sie richtig begonnen hat.

Anstatt 40 Monate Ausbildung wegzuwerfen, sollte man dem gescheiterten Flugberater die Chance auf die Wiederholung von Teilen des Lehrgangs einräumen. Lieber ein paar Monate länger auf den Flugberater warten, als wieder 44 Monate auf einen Neuen, der es vielleicht auch nicht schafft. Denn wie schon zu Beginn erwähnt: Flugberater sind eine Mangel ATN und weder liegen sie in Regalen, noch wachsen sie auf Bäumen bis zu Ihrer Reife!

Um in Zukunft Probleme zu vermeiden muss die unsinnige ZAW für Flugberater (siehe Lufttransportbegleitfeldwebel)  abgeschafft werden, und wenn das nicht machbar ist, zumindest auf ein Minimum gekürzt werden ( 6 Monate). Die gewonnene Zeit sollte der Flugberateranwärter nach seiner Englischausbildung auf seiner zukünftigen Dienststelle verbringen (6 Monate), um das nötige Rüstzeug vermittelt zu bekommen, um dann den Flugberater- Lehrgang zu bestehen. Dies erfordert die Mithilfe der örtlichen Flugberatungen, aber das sollte selbstverständlich sein, da es in deren vitalem Interesse ist, kein Personalfehl zu haben,  um anstehende Verteidigungsaufgaben am Hindukusch zu gewährleisten.

PS :

Während dieser Artikel verfasst worden ist, haben die hohen Durchfallquoten doch zu einem Umdenken geführt. Der Flugberater-Lehrgang wird umstrukturiert und  der Schwerpunkt wird vermehrt auf die Praxis gelegt. Bei Nichtbestehen des Lehrgangs besteht erstmalig die Möglichkeit, Teile des Lehrgangs zu wiederholen, um dem jungen Flugberateranwärter die Möglichkeit zu geben, doch noch das Lehrgangsziel zu erreichen.

Nach einer dermaßen langen Ausbildungszeit sollte am Ende die garantierte Übernahme zum Berufssoldaten stehen, natürlich nur bei Eignung, Leistung und Befähigung des Soldaten. Um die Attraktivität der Laufbahn zu steigern, sollte mit der Übernahme zum Berufssoldaten die Beförderung zum Hauptfeldwebel stehen. Alle Teileinheitsführer sollten, wie beim Deutschen Heer (!)einen Offiziersdienstgrad bekleiden.